Hauptstaatsarchiv: Neubau des Speichermagazins – Richtfest im November 2024
Hauptstaatsarchiv: Neubau des Speichermagazins in der Leonrodstraße
Ein beständig anwachsender Bestand an angemessen aufzubewahrenden Kulturgut im Besitz der Staatlichen Archive Bayerns stellt wiederkehrenden Bedarf an neuen räumlichen Möglichkeiten zur Archivierung an den Freistaat Bayern.
Das geplante Gebäude ist für Lagerung von Archivalien in Papierform sowie für Foto- bzw. Filmmaterial auf verschiedenartigen Bildträgern gedacht.
Mit dem Magazinneubau werden dringend notwendige Erweiterungsflächen für das Hauptstaatsarchiv und das Staatsarchiv München geschaffen. Der Neubau ist auch notwendig, um die datenschutzgerechten Lagerungsvoraussetzungen für analoge und digitale Archivalien sowie die Lagerungsbedingungen der umfangreichen Fotobestände zu verbessern und dringend benötigte weitere Magazinflächen zu schaffen.
Der Neubau weist folgende Nutzungseinheiten auf:
- Lagergebäude für Archivgut in Roll- und Standregalanlagen
- Archivierung digitaler Daten
- Unterbringung von Material des Verfassungsschutzes ( niedrigste Stufe der Geheimhaltung )
Richtfest für den Neubau eines Spezialmagazins für die Staatlichen Archive Bayerns in München
- Funktionaler Bau eines Spezialmagazins zur Lagerung von Archivalien
- Gesamtinvestition in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro
- Bauliche Fertigstellung für Herbst 2025 vorgesehen
Meilenstein beim Neubau des Spezialmagazins für das Bayerische Hauptstaatsarchiv: am Donnerstag, 7.November wurde auf der Baustelle in der Leonrodstraße in München Richtfest gefeiert. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, vor Ort vertreten von Ministerialdirektor Dr. Thomas Gruber, richtete seine Glückwünsche aus: „Archive sind Schatzkammern und bleiben trotz der fortschreitenden Digitalisierung unverzichtbar. Moderne Archivarbeit erfordert auch moderne Räume, um ihren wertvollen Inhalt für die Nachwelt zu erhalten. Ich freue mich sehr, dass die Arbeiten im Kosten- und Zeitplan liegen und das neue Spezialmagazin schon nächstes Jahr fertiggestellt werden kann.“
Kunstminister Markus Blume betonte anlässlich des Richtfests die enorme fachliche Bedeutung des Bauvorhabens: „Bilder bewahren, Geschichte verstehen: Von Bayerns ältesten Luftaufnahmen bis hin zu den ersten Kunsttopographien und kostbaren Karten- und Plänen aus dem 15. Jahrhundert – die Fotobestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Staatsarchivs München sind einzigartig! Mit dem Neubau schaffen wir die passende Infrastruktur für die bestmögliche Lagerung unserer wertvollen Foto- und Filmüberlieferungen. Dabei verlieren wir keine Zeit – nur wenige Monate nach dem Spatenstich im Frühjahr feiern wir nun bereits das Richtfest für das Spezialmagazin. Herzlichen Dank an die Bauverwaltung und die Handwerker, die für die richtige Geschwindigkeit beim Bau sorgen!“
Insgesamt investiert der Freistaat rund 16,5 Millionen Euro für das Projekt. Spatenstich für die Maßnahme im Auftrag des Wissenschaftsministeriums war im Februar 2024, die bauliche Fertigstellung unter Federführung des Staatlichen Bauamts München 1 ist für Herbst 2025 geplant. Die kurze Bauzeit ist dem Totalunternehmer-Modell zu verdanken, das der Freistaat hier gezielt und erfolgreich einsetzt.
Der Neubau entsteht im Hinterhof der Abteilung IV Kriegsarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchives in der Leonrodstraße 57, München. Auf ca. 3.260 m² Nutzfläche werden in den vollklimatisierten Magazinen rund 21.000 Laufmeter Regalfächer realisiert.
Der Baukörper wurde optimal auf dem Baufeld platziert, um das baurechtlich zulässige Bauvolumen nutzen zu können. Als reines Archivgebäude ohne öffentlichen Zutritt wurden die Magazine, Arbeitsbereiche und Verkehrswege für eine reine Archivarbeit funktional optimiert.
Die fast öffnungslose Ziegelfassade orientiert sich am Farbspektrum der unter Denkmalschutz stehenden Nachbargebäude und ist mit vor- und rückstehenden Steinen strukturiert. Technisch erforderliche Fassadenöffnungen verbergen sich hinter großformatigen Streckmetallrauten, die dem Gebäude einen eigenständigen Charakter verleihen.
Der kompakte Baukörper wird energieeffizient und nachhaltig betrieben und schafft optimale klimatische Bedingungen für das dort zu lagernde Kulturgut. Die Kälteerzeugung erfolgt regenerativ durch Nutzung des Grundwassers, der geringe Wärmebedarf ist über das Fernwärmenetz gesichert. Das Dach erhält eine Photovoltaikanlage, anfallendes Regenwasser wird vor Ort über Rigolen versickert.
Die Entwurfsplanung wurde in Eigenleistung des Staatlichen Bauamts München 1 erstellt. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt durch einen Totalunternehmer, der die Ausführungsplanung und sämtliche Bauleistungen erbringt.